Sebastian Preuss
//SEIBERT/MEDIA GmbH / Rheingau Palais
Söhnleinstraße 8 / 65201 Wiesbaden
T.+49-611-20570-0
F.+49-611-20570-70
vertriebseibert-media.net
Die //SEIBERT/MEDIA GmbH ist der Herausgeber von //SEIBERT/MEDIA/USABILITY.

Impressum

WIE WIRD USABILITY GEMESSEN?

Um die Usability einer Online-Anwendung zu messen, stehen grundsätzlich zwei verschiedene Verfahren zur Verfügung: Usertests und Experten-Analysen.
Entweder man lässt die Anwendung von ausgewählten Usern testen und notiert alle Probleme, die bei der Nutzung auftreten. Oder man lässt die Anwendung von einem Experten begutachten, der aufgrund seiner praktischen Erfahrung und theoretischen Kenntnisse einen Großteil der Probleme kennt, die ein Durchschnittsnutzer mit einer typischen Anwendung hat.

Nutzerbasierte Analysen

Nutzerbasierte Analysen, sog. Usertests, sind der sicherste und zuverlässigste Weg, um die Usability einer Anwendung zu testen. Das Prinzip ist einfach: Man beobachtet ausgewählte User dabei, wie sie eine Website, ein Intranet oder ein Extranet nutzen und notiert alle Fehler, die ihnen dabei unterlaufen. So kann man sicher sein, die echten Probleme der Nutzer zu finden und ist in der Lage, diese gezielt zu beheben.

Methode lauten Denkens, Screenrecording und Video
Die moderne Usability-Forschung verfügt über mächtige Werkzeuge, um Usertests durchzuführen. Mithilfe einer speziellen Software wird der Bildschirm der User während der Testsitzung aufgezeichnet, alle Mausbewegungen, Mausklicks und Tastenanschlaege inklusive. Außerdem wird der Nutzer über eine Kamera, die sich auf dem Bildschirm befindet, gefilmt, um aus seiner Gestik und Mimik Erkenntnisse zu gewinnen. Die wichtigsten Informationen stecken jedoch in der Tonaufnahme, die über ein integriertes Mikrofon erfolgt. Dabei wird die sog. “Methode des lauten Denkens” angewandt: Der User wird während des Tests aufgefordert, alle Gedanken, die ihm während der Nutzung durch den Kopf schießen, laut auszusprechen. Der Proband kommentiert die Website in einem fort und spricht alles Problematische und Verwirrende an – alle Usability-Probleme also.

Diese Unternehmen sollten Usertests durchführen
Der Nachteil von Usertests liegt darin, dass sie relativ aufwändig sind. Der Test muss vorbereitet, die User müssen rekrutiert, eingeladen und getestet und die erhobenen Daten aufbereitet und ausgewertet werden. Der Zeitaufwand dafür beträgt in der Regel bis zu vier Wochen, der Arbeitsaufwand je nach Projektgröße ab 10 Manntagen. Usertests lohnen sich deshalb in der Regel vor allem für folgende Kunden – für diese sind sie aber geradezu notwendig:

  • Unternehmen, die mit ihrer Website unmittelbar Geld verdienen.
  • Unternehmen, die mit ihrer Website einen mittelbaren aber messbaren Mehrwert erzielen (Anfragen, Bestellungen, etc.)
  • Große Unternehmen, die Wert auf einen makellosen Außenauftritt legen.
  • Unternehmen, die neue Anwendungen oder kreative Lösungen einsetzen wollen.
  • Unternehmen, die über ein Intranet oder Extranet verfügen.

Expertenbasierte Analysen

Expertenbasierte Analysen basieren auf einem einfachen Prinzip. Statt eine komplexe Testumgebung zu schaffen und einen zeit- und kostenintensiven Test mit “echten” Usern durchzuführen, lässt man das Verhalten der Durchschnittsnutzer von einem Experten simulieren. Das ist möglich, weil das Anwenderverhalten inzwischen gut erforscht ist und es gesicherte empirische Erkenntnisse darüber gibt, welche Probleme Durchschnittsuser mit bestimmten Oberflächen und Prozessen haben.

Experten finden viel - aber nicht alles
Eines muss man dabei jedoch berücksichtigen: Mit expertenbasierten Analysen lassen sich niemals alle Usability-Probleme einer Anwendung finden. Das zeigen methodenvergleichende Studien und das sagt einem der gesunde Menschenverstand. Denn Experten können nur Usability-Probleme aufzeigen, die in der Forschung bekannt sind oder die sich aus den Grundlagen der Mensch-Maschine-Interaktion ableiten lassen. Alle anderen Probleme, insbesondere solche, die neue Technologien, unkonventionell gestaltete Prozesse und innovative Lösungen betreffen, können nicht sicher vorhergesagt werden. Hierfür sind individuelle Usertests notwendig.

Zweistufiges Vorgehen: Erst Experten, dann User
In der Praxis empfiehlt sich deshalb häufig ein zweistufiges Vorgehen. Im ersten Schritt wird eine expertenbasierte Analyse durchgeführt und die offensichtlichen Usability-Probleme werden aufgedeckt und behoben. Im zweiten Schritt wird ein Usertest durchgeführt und die spezifischen Usability-Probleme werden zu Tage gefördert.

Diese Unternehmen sollten expertenbasierte Analysen durchführen:
Expertenbasierte Analysen haben darüber hinaus zwei entscheidende Vorteile: Sie sind schnell zu realisieren und kostengünstig. Deshalb sind sie auch für kleine und mittlere Unternehmen sinnvoll und praktikabel, die eine Website mit einer hohen Usability haben wollen, jedoch keinen größeren, messbaren Umsatz über ihre Website erzielen. Expertenbasierte Analysen lohnen sich deshalb vor allem für folgende Kunden:

  • Kleine und mittlere Unternehmen, deren Websites keinen großen, messbaren Umsatz liefern.
  • Unternehmen, deren Website noch nicht usability-optimiert ist.
  • Unternehmen, die einen umfangreichen Usertest planen.
  • Unternehmen, die Probleme aufdecken wollen, die lediglich die Zufriedenheit der Nutzung beeinträchtigen, nicht jedoch die Effektivität oder Effizienz.